Jonas Brüderlin sorgt für „reine Ekstase“
Beim Schuss von Jonas Brüderlin konnte Buchs Torwart Leon Spann nur verdutzt hinterherschauen. (Foto: Josef Kopf/Archiv)
Mit einem Traumtor in der siebten Minute der Nachspielzeit schießt der Fußballer des FC Wangen sein Team in einem dramatischen Landesligaspiel zum Sieg.
Autor: Giuseppe Torremante
Der Fußball-Landesligist FC Wangen hat im Nachholspiel beim TSV Buch das geschafft, was vorher vielen Mannschaften misslungen ist. Mit dem 4:3-Erfolg in der Nachspielzeit brachten die Allgäuer am Donnerstag dem zweitstärksten Heimteam der Liga die zweite Heimniederlage bei.
„Es war eine Begegnung zweier guter Mannschaften, die sich über die gesamte Spielzeit alles abverlangten. Am Ende hatten die Gäste das bessere Ende für sich“, sagte Harald Haug, Trainer des TSV Buch. Dank Jonas Brüderlin, der die Kugel aus 35 Metern zum 4:3-Siegtreffer in den Winkel drosch. „Nach diesem Tor und dem Schlusspfiff des Unparteiischen war es bei uns reine Ekstase, pure Freude über die drei Punkte“, meinte ein sichtlich mitgenommener FCW-Trainer Safet Hyseni.
Die Allgäuer stecken Nackenschläge weg
Die Partie auf dem Rasenplatz in Obenhausen war von Beginn an nichts für schwache Nerven. Nach einem langen Einwurf, der von der Wangener Hintermannschaft verlängert wurde, nahm Johannes Zott das Leder auf und schoss es in den Winkel (13.). Buch vergab das mögliche 2:0 und spielte dann in Überzahl. Denn FCW-Akteur Tim Huß sah in der 32. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Weitere vier Minuten später musste Elias Willhalm verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Nikica Vojnovic.
Es folgte überraschenderweise die beste Phase der Gäste. Nach einem Freistoß köpfte Justin Schumacher das 1:1 (38.). Julian Kurz brachte David Wessle im Strafraum zu Fall, der Unparteiische hatte freie Sicht und zeigte auf den Punkt: Jonas Brüderlin verwandelte zur 2:1-Führung (44.). Wessle nahm einen Pass von Vojnovic auf und vollendete mit einem platzierten Schuss – 3:1 für Wangen (45.+3). „Die Mannschaft hat Mentalität gezeigt. Der Platzverweis pushte die Spieler noch mehr zu geben“, meinte Hyseni. „In den zehn Minuten vor der Pause waren wir nicht mehr zielstrebig. Anstatt den Ball in die Schnittstellen zu spielen, passt meine Mannschaft ihn quer. Wir waren indisponiert und dann hat es dreimal gescheppert“, sagte Buchs Trainer Haug.
TSV Buch trifft die Latte, der FC Wangen das Tor
Mit Wut im Bauch kamen die Gastgeber wieder aufs Feld und prüften in der zweiten Halbzeit FCW-Torwart Marcel Maier. Er zeigte bei einer Parade gegen einen Kopfball von Timo Leitner seine Klasse (68.). Nur zwei Minuten später war er beim Anschlusstreffer von Moritz Spann machtlos (70.). Auch das 3:3 erzielte Spann aus kurzer Distanz (82.).
In der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Nick Paudler das 4:3 für den TSV Buch auf dem Fuß. Er hämmerte den Ball an die Unterlatte (90.+6). Nur eine Minute später jubelte der FC Wangen vor rund 200 Zuschauern über das siegbringende Traumtor von Jonas Brüderlin: Er setzte das Leder per Freistoß aus 35 Metern ins Kreuzeck. TSV-Torwart Leon Spann schaute nur verdutzt dem Ball hinterher. „Der Fußball ist manchmal richtig brutal. Heute hat der FC Wangen das Glück auf seiner Seite gehabt. Kompliment zum Sieg“, sagte Haug. „Am Ende war der Erfolg glücklich. Meine Mannschaft hat über die gesamte Spielzeit eine starke Leistung gezeigt und hat die Nackenschläge gut weggesteckt, deshalb denke ich, dass der Sieg nicht ganz unverdient war“, meinte FCW-Trainer Hyseni. Er und seine Spieler können die nächsten Tage durchschnaufen, denn der Tabellenfünfte ist am Wochenende spielfrei.
Fußball-Landesliga, Nachholspiel vom 17. Spieltag: TSV Buch – FC Wangen 3:4 (1:3). – Tore: 1:0 Johannes Zott (13.), 1:1 Justin Schumacher (38.), 1:2 Jonas Brüderlin (44., Foulelfmeter), 1:3 David Wessle (45. +3), 2:3, 3:3 Moritz Spann (70., 83.), 3:4 Jonas Brüderlin (90. +7) – Zuschauer: 203 – Schiedsrichter: Koray Aydin – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Tim Huß (32., FCW, wiederholtes Foulspiel) – FCW: Maier, Biewer, Huß, Zirn (89. Ja. Brüderlin), Jo. Brüderlin, Bucher, Willhalm (36. Vojnovic), Oelmayer (73. Guillaume), Schumacher, Straub, Wessle (77. Schneider).
