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FC Wangen

Der SV Reinstetten (rechts Timo Heimpel) verlor klar gegen den FC Wangen. (Foto: Volker Strohmaier/Archiv)

Der SV Reinstetten hat die nächste Niederlage einstecken müssen. Mit 1:5 unterlag die Bochtler-Truppe in der Fußball-Landesliga dem FC Wangen und steckt im Tabellenkeller fest.

Autor: Michael Mader | Schwäbische Zeitung

Spätestens nach gut 40 Minuten war die Partie im Reinstetter Waldstadion vor der mageren Kulisse von 75 Zuschauern entschieden. Wangens Kapitän Simon Wetzel hatte gerade das 4:0 für seine Mannschaft erzielt. „Wir haben heute zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und auch in der Höhe verdient gewonnen“, freute sich Wangens Altmeister über den klaren Sieg und die drei Punkte.

Auch das dritte Gastspiel in der laufenden Saison im Kreis Biberach nach Ummendorf (3:1) und Mietingen (2:0) gewann der FCW, nun auch in Reinstetten. „In den vergangenen Jahren war dies nicht so einfach wie heute, hier zu gewinnen. Wir hatten uns schon auf einen heißen Tanz eingestellt, den es dann nicht gegeben hat“, so Wetzel. Die Allgäuer entführten völlig verdient die Punkte, weil sie die bessere Mannschaft waren, den Ball laufen ließen und die Torchancen verwerteten.

In Durchgang eins waren es deren sechs, davon zappelte viermal der Ball im Netz des SVR, deren Keeper Leon Baumgärtner zwar beim ersten Gegentor etwas mithalf, aber am Ende durch einige großartige Paraden doch noch zum besten Mann seines Teams avancierte. „Wir müssen diese Niederlage wegstecken und nach vorne schauen. Die Lage macht natürlich aktuell keinen Spaß, vor allem wegen der Verletztenmisere“, machte der Torwart deutlich.

Vor ihm standen mit Timo Heimpel und Marcel Rau zwei neue Innenverteidiger, die den verletzten Dominik Felger und den gesperrten Tobias Geiger aber gut vertraten – trotz der fünf Gegentore. „Wir haben eigentlich nicht viel zugelassen, kassieren aber vor der Pause dennoch vier Gegentore“, kritisierte SVR-Coach Michael Bochtler insbesondere das Zweikampfverhalten seines Teams, das nicht vorhanden war und es den Gästen leicht machte, durch die Abwehr zu marschieren. „Wangen hatte mehr Ballbesitz, war spieltechnisch besser, aber dennoch dürfen wir nicht so im Eins-gegen-Eins agieren“, monierte Bochtler. Und das fange eben schon in der gegnerischen Hälfte an.

Dennoch hätte die Partie sogar noch anders laufen können, wenn Ben Habrik nach drei Minuten seine Mannschaft in Führung gebracht hätte. Nach einem Steckpass von Jannik Keller, stand der Youngster frei vor Wangens Keeper Björn Bühler, brachte den Ball aber nicht an ihm vorbei. Eine weitere Glanzparade musste Bühler bei einem Schuss von Reinstettens Kapitän Philipp Kolb nach 21 Minuten investieren.

Allgäuer Spaziergang zum Doppelschlag

„Machen wir die Dinger, sieht das Ergebnis am Ende vermutlich anders aus“, stellte Bochtler fest. Das musste auch sein Trainerkollege Safet Hyseni anerkennen: „Wir gewinnen das Spiel wegen unserer Effektivität vor dem Tor.“ Aber man müsse auch sehen, dass die Treffer dann doch gut herausgespielt waren. Die Allgäuer spazierten vor allen beim Doppelschlag kurz vor der Pause durch den doppelten Simon (Zirn und Wetzel) fast tänzelnd durch die SVR-Abwehr.

Nach dem Seitenwechsel machten die Wangener das, was alle Fußballmannschaften bei einem solchen Vorsprung machen. Sie versuchten den Gegner zu düpieren und das Ergebnis zu verwalten. Der Zug zum Tor wie in den ersten 45 Minuten war beim FCW nicht mehr zu spüren, mit Ausnahme der letzten zehn Minuten, als David Wessle (81.) zum fünften Mal und der eingewechselte David Bischof noch die Unterkante der Latte traf. Zuvor hatte Baumgärtner zweimal das sechste Tor der Gäste verhindert.

Reinstetten ist nun auswärts gefordert

In der Schlussminute sahen die wenigen im Dauerregen verbliebenen Zuschauer noch das kurioseste Tor des Nachmittags. Kolb sah Bühler zu weit vor seinem Tor stehen, zog aus 40 Metern ab und traf zum Ehrentreffer. Bühler legte sich das Ding im Zurücklaufen noch unglücklich selbst ins Netz. „Dieses Gegentor ärgert mich schon, aber am Ende haben wir klar gewonnen und das zählt“, so Hyseni.

Damit blieb es bei sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenführer SSV Ehingen-Süd, der gleichzeitig die SSG Ulm mit 5:0 abfertigte. „Wir wollen schon dranbleiben und weiter oben mitspielen“, stellte Wetzel klar. Vergangene Woche habe man gesehen, was zu Süd noch fehlt, diesmal habe man das Spiel dominiert und verdient gewonnen. Nächstes Wochenende gegen den FC Mengen soll es damit weitergehen. Für Reinstetten kann es dann bei der SSG Ulm nur heißen: Punkte müssen her.