Sie konnten es kaum selbst glauben: Nach einem schwachen Heimspiel gegen den SC Staig (0:3) stehen die Fußballer des FC Wangen (Mi. Justin Schumacher) ohne Punkte da. (Foto: Christian Flemming)
Nach einer Serie von sieben Punkten hat der Landesligist FC Wangen gegen den SC Staig mit 0:3 verloren. Die Gäste waren ballsicherer, zweikampfstärker und vor dem Tor effektiv.
Autor: Giuseppe Torremante
Auf dem Kunstrasenplatz Hinteres Ebnet hatte der Gastgeber am Samstagnachmittag über 90 Minuten gesehen nur eine Torchance. Nach einem Freistoß von Jonas Brüderlin köpfte Abwehrchef Justin Schumacher den Ball knapp am Tor von Torhüter Manuel Fetzer vorbei. Es wäre kurz vor der Halbzeit das 1:2 gewesen und ein Hoffnungsschimmer für die zweite Hälfte. „Wir hatten einen rabenschwarzen Tag und zwar von der ersten Minute an. Die Gegentore zum 0:1 und 0:2 fielen zu einfach“, sagte FCW-Trainer Safet Hyseni nach der 0:3-Niederlage gegen den SC Staig.
Jens Geiselmann gewann in der siebten Minute in der Hälfte des FC Wangen einen Kopfball, der dann für Stürmer Julian Rauner zur Steilvorlage wurde, fertig war das 1:0. Die Allgäuer hätten die Situation durchaus klären können, taten es aber nicht. So ähnlich fiel das 0:2 durch Max Bachner, der eine Hereingabe von Rauner vollendete (28.). Auch hier hätten die Hausherren die Situation vorher klären können, ja müssen. „Es hat vieles einfach nicht gepasst“, meinte Hyseni. Der SC Staig war über 90 Minuten ballsicherer, zweikampfstärker und vor allem bissiger und gieriger als der FC Wangen. Auch nach dem 3:0 durch Manuel Illenberger (86.), im Anschluss an einen Eckball, spielten die Gäste konsequent nach vorne, überließen nichts dem Zufall. FCW-Torwart Marcel Maier verhinderte durch eine Glanzparade ein weiteres Tor durch Rauner.
Überragender Akteur auf dem Platz war der Mann mit der Gesichtsmaske: Lukas Mangold. Er gewann viele entscheidende Zweikämpfe und spielte viele gefährliche Steckpässe. Lautstark lobte er Aktionen seiner Mitspieler oder versuchte durch Zurufe schlimmeres zu verhindern. Der Mentalitätsspieler war der große Unterschied. Auf Wangener Seite war kaum ein Aufbäumen zu sehen. Die Mannschaft spielte zunächst gefällig nach vorne, um im nächsten Schritt den Ball wieder zu verlieren. Die vielen Ballverluste kosteten Kraft und Konzentration. „Wir hatten einen Sahnetag und haben gegen eine Mannschaft, die viel Qualität, gewonnen. Das ist das Besondere an unserer Leistung. Das Spielglück meinte es auch gut mit uns: Zwei Chancen, zwei Tore. Mehr Effektivität vor dem Tor geht nicht“, sagte Staigs Trainer Tim Hille. Hyseni meinte: „Staig war griffiger als wir und trotzdem muss ich sagen, dass wir Menschen sind und Fehler machen. Gegen Staig haben wir ein bisschen zu viele gemacht.“
Dabei hatte der FC Wangen in den ersten sechs Minuten durchaus gefällig kombiniert, suchte den Weg zum Tor. Das 0:1 lähmte die Aktionen der Spieler. Es war, als ob jemand den Stecker gezogen hätte. Einfache Bälle wurden vertändelt, die Gäste wurden von Minute zu Minute selbstsicherer, mutiger und torgefährlicher. „Wir müssen unsere Leistung aufarbeiten und es in den kommenden Wochen besser machen“, sagte Hyseni.
Vielleicht sollte die Mannschaft aber in sich gehen und sich fragen, warum die Leistungen die ganze Saison hindurch so schwankend sind. Nach guten Auftritten gibt es immer wieder einen Leistungsabfall, der unerklärlich ist, vor allem zu Hause. Das 2:2 gegen den TSV Riedlingen war schon nicht schön anzusehen. Für das 0:3 gegen Staig fehlen einem die Worte, wenn man weiß, was jeder Spieler eigentlich kann.
Cheftrainer Safet Hyseni und Co-Trainer Daniel Wellmann müssen die Leistungen, die niemanden zufriedenstellen können, genauer unter die Lupe nehmen und mit der Mannschaft Lösungen finden. Schließlich stehen in den kommenden Wochen drei schwere Spiele auf dem Programm (Türkspor Neu-Ulm, SV Reinstetten und FV Olympia Laupheim). Wohin die weitere Reise des FC Wangen geht, kann nur die Mannschaft beantworten.
FC Wangen – SC Staig 0:3 (0:2). – Tore: 0:1 Julian Rauner (7.), 0:2 Max Bachner (28.), 0:3 Manuel Illenberger (86.) – Zuschauer: 281 – Schiedsrichter: Dennis Wahl – FCW: Maier – Guillaume (46. Huber), Biewer, Zirn, Jo. Brüderlin (67. Wetzel), Bucher, Willhalm (76. Schneider), Vojnovic (55. Oelmayer), Schumacher, Straub, Wessle.