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FC Wangen

Der einzige Wangener Neuzugang Alexander Hartl (li., hier gegen den SC 04 Tuttlingen) fällt auf unbestimmte Zeit aus. (Foto: Maximilian Rist)

Wangens Fußballtrainer muss mehrere Veränderungen in der Startelf vornehmen. Unter anderem fehlt Kapitän Simon Wetzel gesperrt.

Autor: Nico Brunetti | Schwäbische Zeitung

Den vergangenen Samstag konnte Safet Hyseni nicht so schnell abhaken. Vor allem einen Tag danach ärgerte er sich noch mehr über die „vermeidbare“ 1:2-Heimniederlage des FC Wangen gegen die SSG Ulm. „Wenn du aus sieben guten Chancen nur ein Tor machst, ist es zu wenig“, fordert Hyseni mehr Kaltschnäuzigkeit von seinen Fußballern ein. Die Effizienz entscheidet in der ausgeglichenen Landesliga IV oft über Sieg oder Niederlage – gut möglich, dass das auch am Freitag so ist, wenn die Wangener beim TSV Buch (18.30 Uhr) zu Gast sind.

„Das ist ein Hexenkessel, sie sind fußballerisch gut und bei Standards gefährlich. Ihre Einwürfe kommen wie Flanken. Wir werden über die Grenzen hinaus müssen“, sagt Hyseni und freut sich auf die Begegnung: „Es hat was Geiles, an einem Freitagabend zu spielen.“ In der Vorsaison ist ihm Stürmer Manuel Schrapp sehr positiv aufgefallen. „Wie er im Hinspiel gegen uns agiert hat, war schon stark“, sagt der FCW-Coach. Dennoch fuhren die Allgäuer mit drei Punkten nach Hause. Dank Jonas Brüderlin, der in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß aus 35 Metern zum 4:3-Endstand in den Winkel schoss.

Unklare Ausfallzeiten

Jonas Brüderlin kann aber ebenso wie Jannek Brüderlin am dritten Spieltag nicht dabei sein. Es sind nicht die einzigen Ausfälle. „Wir sind für Freitag sehr stark dezimiert“, berichtet Hyseni, der mindestens eine weitere Veränderung in der Startelf vornehmen muss. Der FCW-Kapitän Simon Wetzel ist nach seiner Roten Karte nach dem Abpfiff gegen die SSG Ulm gesperrt. „Wir haben unsere Stellungnahme abgeschickt und warten noch ab. Vielleicht muss man da nicht so emotional reagieren – auch Wetzi“, sagt Hyseni. Da der Schiedsrichter Alessandro Winter „verbal nicht ganz fair war“, wäre ein anderes Handeln aus der Sicht des Wangener Coaches angebracht gewesen.

Für den FCW ist das gleichbedeutend mit dem Ausfall eines Schlüsselspielers. „Der Verlust ist enorm“, sagt Hyseni. Mit 33 Jahren ist der offensive Mittelfeldmann zwar „nicht mehr der Jüngste“, weiß er, „das macht Wetzi aber mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz wett.“ Weiter stehen auch die Innenverteidiger Max Biewer und Orion Guillaume für das Buch-Spiel nicht zur Verfügung. Ebenso muss der FCW erst einmal ohne den einzigen externen Neuzugang planen: Alexander Hartl hat einen Meniskusriss im Knie. Die Ausfallzeit ist noch unklar. Erst nach der Rückmeldung vom Orthopäden wird entschieden, ob die Verletzung konservativ oder operativ behandelt wird. „Er würde uns guttun mit seiner Qualität“, bedauert Hyseni.

Volles Vertrauen in die Mannschaft

Die Allgäuer werden den Kader mit Co-Trainer Daniel Wellmann, einem Zweitmannschaftsspieler sowie zwei A-Jugendlichen auffüllen. „Es ist ein Wandel, den wir eingeschlagen haben. Das darf man nicht aus den Augen verlieren. Wir wollen die Spieler behutsam aufbauen“, betont Hyseni, der trotz der suboptimalen Personalsituation optimistisch nach Buch fährt: „Ich habe ein absolutes Vertrauen in die Mannschaft, dass wir gewinnen können.“ Es gab im Fußball schon des Öfteren diese Momente, so Hyseni. „Des einen Leid ist des einen Freud. Wenn sich plötzlich die Möglichkeit ergibt, blühen manche auf“, betont der FCW-Trainer.

Gegen die SSG Ulm trafen die Allgäuer dreimal Aluminium, dazu war in der Videoanalyse klar zu erkennen, dass der gegnerische Torwart Benjamin Enderle einen Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand berührte und laut Hyseni hätte ein Kontakt an Wetzel auch einen Elfmeter nach sich ziehen müssen. Aber: „Das ist Vergangenheit. Der FC Wangen gehört zu den Schwergewichten dieser Liga und diesem Anspruch wollen wir gerecht werden“, meint Hyseni, der noch nicht weiß, ob sich die Spielweise des Gegners „drastisch verändert hat“. Beim TSV Buch übernahm Christoph Amann den Posten des Trainers, nachdem sich Harald Haug nach 17 Jahren verabschiedet hatte. Nach zwei Spielen steht Buch mit drei Punkten auf Rang zwölf.