FC Wangen muss herbe Verluste verkraften
Nach langen Verletzungsproblemen muss Erik Biedenkapp (vo.) vom FC Wangen seine Fußballkarriere beenden. (Foto: Josef Kopf/Archiv)
Zwei wichtige Spieler werden nicht mehr für den Fußball-Landesligisten auflaufen. Dennoch soll es für den FCW in der Rückrunde nach oben gehen.
Autor: Giuseppe Torremante
Platz sieben nach der Vorrunde der Fußball-Landesliga ist zu wenig für eine Mannschaft mit höheren Ambitionen. In der Rückrunde will der FC Wangen ergebnistechnisch anders dastehen. Das allerdings ohne zwei wichtige Spieler. Der eine geht zum Studieren nach Köln, der andere hat immer noch Probleme mit den Adduktoren.
Unbemerkter Riss in den Adduktoren
Luca Spöri, quirliger Offensivspieler, möchte beruflich weiterkommen. Erik Biedenkapp, Abwehrchef des FCW, hat Trainer Safet Hyseni mitgeteilt, dass der Körper nicht mehr so will. Vor zweieinhalb Jahren erlitt Biedenkapp im Training einen Riss in den Adduktoren, der allerdings trotz Untersuchungen nicht gleich entdeckt wurde. So spielte der 28-Jährige immer mit Schmerzen. Mehrere Therapien brachten nicht die erhoffte Heilung. „Es macht keinen Sinn, dass ich weiterspiele“, sagt Biedenkapp, der den Wangenern als Mensch und Spieler fehlen wird.
In der Rückrunde haben die Allgäuer dennoch einiges vor. „Wir haben in der Vorrunde zu viele Punkte liegen gelassen, das muss sich ändern“, sagt Hyseni. Vier Punkte sind es zu Platz zwei (FC Blaubeuren), acht Punkte zum Relegationsplatz (FV Biberach). Es geht sehr eng zu in der starken Landesliga, die Wangener möchten nur nach vorne schauen. „Wenn es uns gelingt, die Fehler zu minimieren und unsere spielerischen Stärken auf den Platz zu bringen, dann bin ich sehr optimistisch, dass wir am Ende um den Relegationsplatz mitspielen“, meint Hyseni.
Die Vorstandschaft des FC Wangen hat vor dem Trainingsauftakt am Montag Nägel mit Köpfen gemacht und den Vertrag mit Safet Hyseni vorzeitig um ein Jahr verlängert. „In erster Linie war es die Art, wie er Fußball spielen lässt, die uns überzeugt hat. Der Umbruch ist mit ihm gelungen, er hat die Spieler weiterentwickelt, aber Safet Hyseni ist noch nicht fertig. Er arbeitet mit seinem Co-Trainer Daniel Wellmann akribisch daran, dass jeder Spieler besser wird“, sagt der Sportliche Leiter Patrick Straub. „Das Verhältnis zwischen Vorstandschaft und Trainerteam passt und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Safet Hyseni“, meint Wangens Chef Ralf Hartmann.
Vier Testspiele stehen bereits fest
Nun müssen die Spieler das Ganze auf den Platz bringen. Vier Einheiten stehen in der Vorbereitung pro Woche auf dem Plan – plus ein Testspiel. Bislang stehen vier Partien fest: TSV Eschach (Bezirksliga, 1. Februar, zu Hause), SC Pfullendorf (Verbandsliga, 7. Februar, auswärts), TSV Berg (Verbandsliga, 14. Februar) und SC Markdorf (Bezirksliga, 28. Februar). Ein Testspielgegner wird noch gesucht.
Betrachtet man die bisherigen Spiele des FCW in der laufenden Saison, so fehlte der Mannschaft die Konstanz, um ganz vorne mitzuspielen. Auf gute Spiele folgten oftmals unerklärliche Auftritte. In den letzten drei Spielen 2025 holte Wangen jedoch sieben Punkte. Das sollte für die Spieler Motivation genug sein, um gierig und optimistisch in die kommenden Partien zu gehen. „Wir haben 2026 einiges vor. Die Automatismen sollen besser klappen, genauso wie das Spiel mit und gegen den Ball. Meine Mannschaft soll die Spiele gestalten und am Ende auch die Punkte holen“, sagt Hyseni.
Sicherlich wird das erste Spiel Anfang März gegen den TSV Riedlingen ein Gradmesser sein, in welche Richtung es gehen könnte. Die Mannschaft von Spielertrainer Raphael Sontheimer steht meistens tief und wartet auf die Fehler des Gegners. In der Hinrunde hatte Wangen gute Antworten parat und siegte auch dank eines starken Spiels von Tim Bucher und Torhüter Björn Bühler mit 5:0. „Ich bin von der Qualität des Kaders überzeugt, dass wir im neuen Jahr erfolgreichere Spiele zeigen als in der ersten Hälfte der Saison“, sagt Hyseni.
Der FC Wangen muss aber ein paar Dinge verbessern. Etwa die Effizienz vor dem Tor, die Entschlossenheit in der Rückwärtsbewegung, die Arbeit gegen den Ball und die Passsicherheit im Mittelfeld. Dazu müssen einfache Ballverluste vermieden werden.
Der Kader ist gut besetzt, die angeschlagenen Spieler sind wieder zurück. Zwei Nachwuchsspieler machen die Vorbereitung ebenfalls mit: Paul Bischof und Emil Martin. Beide haben ihr Potenzial bei ihren Einsätzen 2025 angedeutet. „Wir tun alles, um eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen“, sagt Hyseni. Der FC Wangen will und muss beweisen, dass der Tabellenplatz sieben nur eine Momentaufnahme ist.
