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FC Wangen

Tim Bucher (re., gegen Buba Camara vom SC 04 Tuttlingen) gehört zu den stärksten Offensivspielern des FC Wangen. (Foto: Maximilian Rist)

Landesliga-Start mit jungem Team und klarer Marschroute: Die Allgäuer peilen mehr Konstanz und das obere Drittel an. Auftakt am Sonntag in Ummendorf.

Autor: Nico Brunetti | Schwäbische Zeitung

Safet Hyseni setzt sich auf sein Rennrad und fährt los. Nach rund 20 Kilometern ist er auf dem Sportplatz des TSV Ummendorf angekommen. Der Verein aus dem Landkreis Biberach spielt nach dem Aufstieg in der Fußball-Landesliga IV und trifft zum Saisonauftakt am Sonntag um 16 Uhr zu Hause auf den von Hyseni trainierten FC Wangen. „Ich war beim letzten Testspiel vom Ummendorf, um mir einen Blick zu verschaffen, wo ihre Stärken und Schwächen sind. Es ist ja doch ein unbekannter Gegner“, erklärt Hyseni, der in Bad Waldsee wohnt.

Beim Ummendorfer 8:0-Sieg am vergangenen Sonntag gegen den A-Ligisten SGM Bad Buchau/Oggelshausen/Kanzach sah Wangens Trainer viel Gutes. „Bei Standardsituationen sind sie sehr gefährlich“, sagt Hyseni, der sich begeistert über die Kulisse äußert: „Es waren gefühlt 100 Leute gegen einen Kreisligisten auf dem Sportplatz. Ich glaube, das wird ein kleiner Hexenkessel.“ Und: „Man sieht gleich die Spieler, die höherklassig gespielt haben.“ Bei Ummendorf sind das Kai Luibrand und Jonathan Hummler (beide ehemals FV Biberach) sowie der spielende Co-Trainer Julian Haug (ehemals FV Olympia Laupheim), die bei ihren alten Adressen Verbandsligaerfahrung sammelten.

Hyseni setzt auf Analyse – Fokus: zu viele Gegentore

Summa summarum kommt Hyseni zur klaren Einschätzung: „Das wird eine harte Nuss.“ Angst und bange wird dem Wangener Coach deshalb jedoch nicht. „Wir wissen auch, welche Qualität wir haben und ich bin guter Dinge, dass wir sehr gut vorbereitet in die Landesligasaison gehen“, sagt Hyseni und fordert einen konzentrierten Auftritt seines Teams: „Wichtig ist, dass wir von Anfang an da sind. Das erwarte ich von meiner Mannschaft.“

Der Tabellensiebte der Vorsaison hat in der Sommervorbereitung daran gearbeitet, die Problemstellen zu beheben. „Wir haben die Saison akribisch analysiert, sind in die Tiefe gegangen und haben unsere Schlüsse gezogen“, berichtet Hyseni, für den die Allgäuer zu viele Gegentore bekommen (54, Anm. d. Red.) und zu viele Elfmeter verursacht haben. Für großen Optimismus beim Wangener Übungsleiter sorgt vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit im letzten Testspiel gegen den Ligakonkurrenten FV Rot-Weiß Weiler (1:1).

Andere Mannschaften haben mehr Möglichkeiten

Die Allgäuer gehen mit einer klaren Marschroute in ihre vierte Landesliga-Spielzeit am Stück. „Wir wollen besser sein als letzte Saison und mehr Konstanz reinbekommen. Wir sehen uns im oberen Drittel – das muss als FC Wangen unser Ziel sein“, sagt Hyseni und macht deutlich: „Natürlich wünschen wir uns mittelfristig, in die Verbandsliga hochzugehen und dort wettbewerbsfähig sein.“

Allerdings mahnt Wangens Trainer auch zu Realismus. „Die Ulmer Mannschaften haben andere Möglichkeiten. Das sind Brocken, seit dem Zusammenschluss ist das Niveau gestiegen“, sagt Hyseni und spricht davon, den eigenen Weg mit jungen Spielern aus der Region weiter zu forcieren. „Wir wollen, dass sich die Mannschaft mit dem Verein identifiziert“, so der FCW-Coach.

Mit Alexander Hartl (TSV Heimenkirch) gab es einen externen Neuzugang, ansonsten verstärken mit Paul Bischof, Luka Rasic, Noel Klaric, Lucas Herzinger, Leon Elgaß, Pius Brunner, Ben Fischer und Philipp Herzog acht Talente aus den eigenen A-Junioren das Team. „Da kannst du keine Wunder erwarten“, sagt Hyseni.

Einkalkuliert ist, dass sich die Spieler in einem ständigen Lernprozess befinden. „Wir wollen entwickeln, entwickeln, entwickeln“, sagt Hyseni. Das ist in der jüngeren Vergangenheit gut gelungen, etwa bei Simon Zirn, Emil Martin und Tim Bucher, der in seiner ersten Saison nach seinem Wechsel vom SV Neuravensburg 24 Scorerpunkte (15 Tore, 9 Vorlagen) erzielt hat.

Bühler stärkt Zweite und lernt hinter Maier

Viel Potenzial bringt der 19-jährige Torwart Björn Bühler mit. Er schließt die Lücke in der zweiten Mannschaft, die in die Kreisliga B abgestiegen ist. Außerdem ist er bei der ersten Mannschaft als Ersatztorwart für den 28 Jahre alten Marcel Maier eingeplant. „Marcel ist die Nummer 1. Er hat Erfahrung und Strahlkraft und gibt der Mannschaft Sicherheit. Björn ist die Nummer 2. Er muss dranbleiben, ihm gehört die Zukunft.“

Hyseni muss mit einem kleinen Kader auskommen. „Alle, die da sind, sind sehr aufnahmefähig und machen es hervorragend. Es darf verletzungs- und ausfalltechnisch aber nicht viel passieren in der Runde“, betont der FCW-Trainer. Wangen trifft in den ersten Wochen auf mehrere gestandene Mannschaften, so reist die SSG Ulm am Samstag, 22. August (14 Uhr), ins Allgäu-Stadion. Hyseni fordert: „Wir dürfen uns nicht zu sehr unter Druck setzen.“