David Wessle (li., gegen den FC Srbija Ulm) ist einer der starken jungen Spieler des FC Wangen. (Foto: Florian Wolf)
Wangens Landesliga-Team blickt auf eine fordernde Saison mit Höhen und Tiefen zurück, zeigt aber am Ende mentale Stärke und großes Potenzial.
Autor: Giuseppe Torremante
Zwischen Platz vier und neun ist für den Fußball-Landesligisten FC Wangen noch alles möglich. Zum letzten Saisonspiel im Allgäu-Stadion ist am Samstag der Tabellensechste TSV Buch zu Gast. Auf Wunsch der Gäste wurde die Partie auf 14.30 Uhr vorverlegt.
Wie bewertet Safet Hyseni seine erste Saison als Cheftrainer des FC Wangen? „Anstrengend, manchmal richtig schwierig, oft aber auch richtig angenehm. In Summe hat die Spielzeit die Mannschaft und mich ganz schön gefordert“, betont er. Es war oftmals ein Ritt auf der berühmten Rasierklinge. Manche Spiele liefen fast von selbst, andere wiederum ärgerten die Verantwortlichen und es wurde vieles hinterfragt. Alle zusammen haben gesprochen und analysiert. „Wir haben Qualität, müssen sie aber öfter zeigen und sie nicht verstecken“, sagte Simon Wetzel. Die Spieler sind gereift und haben diese Botschaft ihres Kapitäns verstanden.
Die Saison startete mit einer klaren 1:4-Heimniederlage gegen den SV Mietingen. Nils Oelmayer gelang zwar noch vor der Pause das 1:1, doch nach Wiederbeginn liefen entscheidende Dinge schief. Es waren Kleinigkeiten, die Schäden anrichteten. Mietingen erzielte einfache Tore. Es sollte nicht das letzte Spiel sein, das der FC Wangen derart verlor. Der Fußball ist zwar ein einfaches Spiel, aber manchmal auch ungerecht. Dem Gegner genügen oft eins, zwei Aktionen, um die Lorbeeren zu ernten. So geschehen bei der 0:2-Niederlage zu Hause gegen den FV Olympia Laupheim, als Wangen bis zum 0:1 dominant war und alles im Griff hatte.
Die Verantwortlichen steuerten dagegen und versuchten durch Ursachenforschung, Fehler abzustellen. Und am Ende der Saison scheint bei den Wangenern eine positive Entwicklung eingetreten zu sein. Vor allem die Art und Weise des vergangenen Sieges beweist das. Nach 15 Minuten lag der FCW beim TSV Neu-Ulm mit 0:3 hinten, dann drehten die Gäste durch je zwei Tore von David Wessle und Wetzel die Partie und gewannen mit 5:4. Ein spektakuläres Comeback bei fast 30 Grad – die Allgäuer haben gezeigt, dass sie körperlich und mental schwierige Situationen meistern können. Außerdem sind sie in der Lage, viele Tore zu schießen, denn auch schon einen Spieltag zuvor beim 8:1-Heimsieg gegen den FC Srbija Ulm war der FCW häufig erfolgreich. Der Tabellenfünfte hat 71 Tore erzielt, nur dem TSV Neu-Ulm (83) und Meister Türk Spor Neu-Ulm (77) gelangen mehr.
Für den FC Wangen war es keine einfache Saison. Es gab Rückschläge und manchmal auch nicht nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen. Die Aufgabe, Spieler aus unterklassigen Vereinen zu entwickeln, den eigenen Nachwuchs einzubauen, ist aber durchaus gelungen – und damit legte der FCW den Grundstein, um in der Zukunft noch mehr zu erreichen. Denn Wangen verlor viele gute Spieler, die entweder aufhörten oder aufgrund von mangelnder Zeit (Studium, Beruf) zu anderen Vereinen wechselten. Insbesondere das Karriereende von Schlüsselspieler Okan Housein musste kompensiert werden. Auch Moritz Hartmann hörte auf und Leonard Maucher wechselte in die Bezirksliga zur SGM Unterzeil/Seibranz. Das waren alles wichtige Stammspieler des FC Wangen in der Landesligasaison 2024/2025, in der Platz vier heraussprang.
In Anbetracht des Aderlasses haben alle in Wangen in dieser Saison einen guten Job gemacht – so nervenaufreibend er auch manchmal war. Die Spieler scheinen an eine gute Zukunft mit dem Landesligisten zu glauben, denn bis auf wenige Ausnahmen haben die meisten verlängert. Die Verantwortlichen sind weiter absolut vom eingeschlagenen Weg, mit eigenen Spielern und Talenten aus der Region zu spielen, überzeugt. Dazu gibt es fast keine Alternative. Und gerade die guten Partien am Saisonende machen deutlich, dass großes Potenzial beim FCW vorhanden ist.