Justin Schumacher (li.) erzielte zwei Treffer beim 8:1-Sieg des FC Wangen gegen Srbija Ulm. (Foto: Florian Wolf)
Der FC Wangen absolviert sein letztes Auswärtsspiel der Fußball-Landesliga-Saison beim heimstarken TSV Neu-Ulm am Samstag um 15.30 Uhr.
Autor: Giuseppe Torremante
Wer erinnert sich nicht an das 7:1 des FC Wangen in der Vorrunde gegen den Aufsteiger TSV Neu-Ulm? Die Gäste lagen Mitte November 2025 auf dem Kunstrasenplatz Hinteres Ebnet bereits nach 21 Minuten mit 0:4 zurück. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Mannschaft von Trainer Stephan Baierl sechs Wochen vor Jahresende acht verletzte Spieler hatte und der ehemalige Profi Nikola Trkulja wegen einer Tätlichkeit vom wfv lange gesperrt wurde.
Die Ausgangslage Ende Mai 2026 ist eine völlig andere. Der TSV Neu-Ulm spielt eine starke Rückrunde und ist vor allem zu Hause eine Macht. Das mussten auch zwei Mannschaften schmerzlich erfahren, die immer noch beste Chancen auf Platz zwei haben (Relegationsspiel zur Verbandsliga). Der FV Rot-Weiß Weiler verlor mit 0:6. „Wir hatten keine einzige Torchance“, sagte Mitte März Uwe Wegmann, Trainer des FV, auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung. Im Derby gegen den SSG Ulm 99 setzte sich der TSV am 10. Mai sogar mit 8:2 durch. „Die haben uns hergespielt, so schnell konnten wir gar nicht schauen, wie die Tore fielen“, meinte Martin Klarer, Trainer der SSG. Die Antwort auf die Frage, warum es beim Neuling in der Rückrunde so gut läuft, liegt auf der Hand. Die Verletzten sind zurück und auch Nikola Trkulja darf wieder mitspielen.
Die Partie am Samstag findet auf dem Kunstrasenplatz Am Muthenhölzle statt. Wenn man bedenkt, dass es am vorletzten Spieltag etwa 30 Grad haben wird, dann ist das ein Unding, aber es entspricht den Regeln, auch wenn der Untergrund sich wie Beton anfühlen wird. „Wir wurden informiert, dass wir auf Kunstrasen spielen“, sagt Safet Hyseni. Der Wangener Trainer hat vor einer Woche einen wichtigen Sieg gelandet. Mit 8:1 wurde die Mannschaft von Srbija Ulm zu Hause vom Platz gefegt. „Auf dieser Leistung wollen wir aufbauen, den Gegner ärgern und Zählbares mitnehmen“, meint Wangens Coach. Mit 45 Punkten und einem guten Torverhältnis sei seine Elf aus dem Gröbsten heraus, aber es schade nicht, weitere Punkte zu sammeln.
Wer am Samstag die Reise nach Neu-Ulm antreten wird, ist noch ungewiss, da einige Wangener Spieler angeschlagen sind. Aber eines weiß Hyseni gewiss: „Egal, wer von unserem Kader aufläuft, er wird über die volle Distanz alles geben, um am Ende mindestens einen Punkt zu holen“, betont er. Dass der TSV Neu-Ulm verwundbar ist, hat der TSV Riedlingen bewiesen. Mit 4:1 gewann Riedlingen zu Hause. Trotzdem muss der FC Wangen auf einige Spieler achtgeben. Da ist Nikola Trkulja, der nicht mehr viel läuft, aber alles, was er macht, hat Hand und Fuß. Da sind die Stürmer Alan Broll, Benjamin Klingen und Christopher Renz, sowie der starke Mittelfeldspieler Maximilian Gross. Im Winter wechselt Stefan Mladenovic von Srbija Ulm zum TSV. In 14 Spielen schoss er bis zur Pause sieben Tore. Seit seinem Wechsel traf er in elf Partien zweimal.
Diese Spieler werden versuchen, durch schnelles Kombinieren die Abwehr des FC Wangen aus den Angeln zu heben. Das wissen die Allgäuer aber und wollen gezielt dagegenhalten. Bereits Anfang April spielte die Mannschaft beim Meister Türkspor Neu-Ulm, unterlag nach starker zweiter Halbzeit mit 0:2. Der Untergrund ist also bekannt. Das gilt auch für die Spielweise des Gegners, denn auch der Aufsteiger in die Verbandsliga zeigte in den ersten 45 Minuten, warum die Mannschaft ganz oben steht. Trotzdem hatte der FC Wangen gute Momente und richtig gute Chancen, die nicht genutzt wurden. Das darf am Samstag nicht passieren. Hier muss die Mannschaft entschlossener und effizienter sein.
Mit 79 Toren hat der TSV Neu-Ulm den stärksten Sturm der Liga. Die Elf schoss bislang 13 Tore mehr als der FC Wangen. 59 Gegentreffer zeigen aber auch, dass das Team verwundbar ist. Die Allgäuer haben zehn Tore weniger kassiert. Hier gilt es anzusetzen, den Gegner gut zu studieren und entscheidende Nadelstiche zu setzen. Der FC Wangen steht vor einem schweren Auswärtsspiel, glaubt aber auch, diese Hürde meistern zu können. Wie sagte Kapitän Simon Wetzel unlängst: „Die Qualität ist da, wir dürfen sie aber nicht verstecken, müssen sie zeigen.“