Der Moment der Entscheidung: In Unterzahl erzielte Marko Föger (re.) zum Entsetzen von Wangens Torhüter Björn Bühler den 2:1-Siegtreffer für den SV Kressbronn. (Foto: Christian Flemming)
Vor ein paar Wochen ist das Ziel des Fußball-Landesligisten FC Wangen Platz zwei gewesen. Nach der unnötigen 1:2-Niederlage beim Vorletzten SV Kressbronn sieht das anders aus.
Autor: Giuseppe Torremante
Statt um die mögliche Aufstiegsrelegation heißt die Wahrheit für den FC Wangen im Saisonendspurt: Es gibt sechs Endspiele um den Klassenerhalt. Nach dem Schlusspfiff am Samstagnachmittag bejubelten die Spieler des SV Kressbronn den 2:1-Erfolg über den FC Wangen, während die Gäste völlig fassungslos versuchten, die bittere Niederlage zu verstehen.
„Wir haben erneut die falschen Entscheidungen getroffen. Der viele Ballbesitz hat uns keine Sicherheit gegeben. Uns fehlt die Geilheit, Tore zu schießen. Es fehlt uns aber auch das Gefühl der Leichtigkeit und vor allem die Entschlossenheit vor dem Tor. In den kommenden Spielen müssen wir hart arbeiten, um aus dieser prekären Situation herauszukommen“, sagte Wangens Co-Trainer Daniel Wellmann. Kressbronns Trainer Reinhard Bergmann lobte seine Mannschaft: „Der Unterschied war der unbedingte Wille meiner Spieler diese Partie für sich zu entscheiden. Hätten wir eine solche Leistung in der Vergangenheit öfters gezeigt, dann wären wir in der Tabelle weiter vorne.“
Der FCW musste krankheitsbedingt auf David Wessle und Jan Gleinser verzichten. Bei den Gastgebern fehlte Ideengeber Elias Wiesener, ebenfalls krankheitsbedingt. Für ihn übernahm Tim Siegel diese Rolle und er machte seine Sache gut. Fast jeder Standard, ob Eckball oder Freistoß, war brandgefährlich. Innerhalb von wenigen Minuten bekamen die Gastgeber zwei Freistöße zugesprochen. Der zweite brachte den erhofften Erfolg. Tim Siegel flankte in die Mitte, Liam Gierer war mit dem Kopf erfolgreich zum 1:0 (13.). Wangen bemühte sich, gefährliche Momente zu kreieren, aber in den ersten 45 Minuten blieb es beim Bemühen. Den Allgäuern fehlten die zündenden Ideen, eine Fünferkette mit spielerischen Mitteln zu überwinden. Kurz vor der Pause traf Patrick Hübler den Pfosten.
Die Gastgeber hatten vor der Pause noch Glück, dass ein klares Foul an Nils Oelmayer an der Strafraumgrenze vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde. Den Schlag hatten viele Zuschauer gehört, der Unparteiische offensichtlich nicht.
Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit waren die Wangener präsenter und drückten aufs Tempo. Nach der Gelb-Roten Karte für Fabian Großmann (50.) waren sie auch zahlenmäßig überlegen. FCW-Spieler Justin Schumacher traf mit einem harten Schuss das Lattenkreuz (56.). Sieben Minuten später belohnten sich die Gäste für ihren Aufwand. Nach einer Flanke von Tim Huß traf Simon Wetzel den Ball nicht richtig, den Abpraller verwandelte der eingewechselte Jonas Brüderlin aber zum Ausgleich.
Von nun an ging es nur in eine Richtung. Wangen setzte den SVK unter Druck, die Gastgeber wehrten sich gegen ein weiteres Gegentor und bejubelten jede gelungene Aktion. Mit jedem abgewehrten Ball wuchs das Selbstvertrauen. Der Ball lief zwar gut in den Reihen des FCW. Am Ende fehlten aber die entscheidenden Momente, um den SVK-Torhüter Paul Endraß ein zweites Mal zu überwinden. Viele abgefangene Bälle wurde vom SVK einfach nur aus der Gefahrenzone geschossen.
Eine Aktion wurde aber klug zu Ende gespielt. 13 Minuten vor dem Ende setzte sich Tim Siegel nach Ballverlust der Gäste über außen durch, flankte zur Mitte, wo Marko Föger stand und mit der Hacke vollendete. Wangens Torhüter Björn Bühler versuchte das Unheil noch abzuwenden, allerdings ohne Erfolg. Danach sahen die 200 Zuschauer im Eichert wütende Angriffe der Gäste, die aber allesamt verpufften.
Nach dem Schlusspfiff war Kressbronns Freude groß. Auf der anderen Seite stand ein enttäuschter FC Wangen und muss nach der dritten Niederlage in Folge den berühmten Hebel umlegen und Punkte sammeln, um den Klassenerhalt zu schaffen.
SV Kressbronn – FC Wangen 2:1 (1:0). – Tore: 1:0 Lian Gierer (14.), 1:1 Jonas Brüderlin (65.), 2:1 Marko Föger (77.) – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Fabian Großmann (SVK, 50.) – Schiedsrichter: Tobias Keck – SVK: Endraß, L. Föger, Meßmer (70. Hetzius), Dunger (61. Peschel), M. Föger, Demir, Großmann, Gierer, Kopfsguter, Siegel (86. Eberhardt), Hübler – FCW: Bühler, Biewer (88. Guillaume), Huß, Huber, Wetzel, Bucher, Willhalm (86. Wellmann), Ja. Brüderlin (77. Schneider), Oelmayer (61. Jo. Brüderlin), Vojnovic (46. Zirn), Schumacher.