FC Wangen

Der FC Wangen (li. Simon Zirn im Spiel gegen den TSV Riedlingen) empfängt am Samstag auf dem Kunstrasenplatz den SV Reinstetten. (Foto: Christian Flemming)

Der SV Reinstetten hat am Mittwochabend in einem Nachholspiel der Fußball-Landesliga für einen Paukenschlag gesorgt. Der SVR siegte beim FC Blaubeuren mit 3:0.

Autor: Giuseppe Torremante

Der neue Tabellenvierte SV Reinstetten ist am Samstag (13.30 Uhr, Kunstrasenplatz Hinteres Ebnet) beim FC Wangen zu Gast. Eines kann man jetzt schon sagen: Reinstetten kommt mit breiter Brust ins Allgäu. Die Mannschaft hat nach dem verdienten Sieg in Blaubeuren 37 Punkte. Der SVR kann damit etwas durchatmen und den Blick wieder nach oben richten.

Heimenkirch gelingt eine große Überraschung

Die Situation beim FC Wangen ist eine andere. Nach gutem Start ins neue Jahr mit sieben Punkten gab es zuletzt zwei Niederlagen in Folge. Dabei erzielten die Allgäuer kein Tor. „Für uns zählen nur die Punkte. Inhalte im Training rücken in den Hintergrund. Im Spiel müssen wir ans Limit gehen, dann schaffen wir den Klassenerhalt sicher“, sagt Florian Treske, scheidender Trainer des SV Reinstetten. Klassenerhalt? Richtig. Die Mannschaften auf den Abstiegsrängen punkten 2026 fleißig und geben sich nicht auf.

Bestes Beispiel ist der TSV Heimenkirch, der bis zur Winterpause nur 15 Punkte hatte und nun mit 25 Zählern (drei Siege, ein Unentschieden) wieder dran ist an den Nichtabstiegsplätzen. Spitzenreiter Türkspor Neu-Ulm unterlag am Mittwochabend im Allgäu mit 2:5. So viele Gegentore hatte der souveräne Spitzenreiter in dieser Saison noch nie hinnehmen müssen. „Es ist brutal, wie ausgeglichen die Liga ist. Du darfst keinen Gegner unterschätzen, sonst erlebst du dein blaues Wunder“, sagt Wangens Trainer Safet Hyseni.

Reinstettens Torjäger ist zurück

Am Samstag werden die Spieler des Gastgebers das unglückliche 0:3 aus der Hinrunde sicher noch im Hinterkopf haben. Aggressiv und griffig gegen den Ball, nach Ballgewinn im Umschaltspiel brandgefährlich – das ist bislang Reinstettens Matchplan gewesen. Gegen Blaubeuren ging es sehr gut auf. Der Grund, warum der SV Reinstetten nach starkem Auftritt in den letzten fünf Spielen vor der Winterpause 13 Punkte holte, aber 2026 ergebnistechnisch deutlich hinter den Erwartungen blieb, liegt daran, dass sich wichtige Spieler verletzt haben. Chris Haas fehlt der Mannschaft genauso wie Noah Blersch.

Wieder mit dabei ist dagegen Torjäger Dominik Martin, der am Mittwochabend seinen 22. Treffer erzielte. „Es kommen wieder mehr Spieler zurück, sodass die Bank wieder voller wird und ich weitere Alternativen habe“, freute sich Treske. Die Allgäuer müssen sich auf einen Gegner einstellen, der eher nicht das Spiel macht, sondern auf Fehlern der Gastgeber wartet. „Ich erwarte nach dem Sieg in Blaubeuren eine Partie auf Augenhöhe, in der Kleinigkeiten entscheiden“, meint Hyseni.

Nicht in Rückstand geraten, die Bälle sauber spielen, unnötige Ballverluste vermeiden, ruhig aufbauen und dann gezielt nach vorne den Weg zum Erfolg suchen. Der FC Wangen kann das, obwohl er es in den vergangenen zwei Spielen nur beim Spitzenreiter zeigte. „Ich bin davon überzeugt, dass unser Gegner lauert“, sagt Hyseni, wie eine Schlange auf ihre Beute, um dann im richtigen Moment zuzubeißen.

Die FCW-Abwehr um Justin Schumacher hat trotz der 0:2-Niederlage bei Türkspor Neu-Ulm gezeigt, dass sie starke Spieler durchaus in Schach halten kann. „Es gilt für uns, diese Leistung – vor allem in den zweiten 45 Minuten – in allen Mannschaftsteilen zu wiederholen, dann bin ich optimistisch, dass wir Zählbares mitnehmen“, meint Hyseni.

Das Hinspiel hätte Wangen nicht verlieren dürfen

Das ist aber auch der Plan des SV Reinstetten. Mit drei weiteren Punkten hätte der SVR 40 Zähler und könnte etwas stressfreier die weiteren Spiele bestreiten. „Uns liegen spielerisch starke Mannschaften. Wangen ist für mich eine der besten der Liga. Im Hinspiel haben wir es gut gemacht“, sagt Treske. Dieses Spiel, dass die Allgäuer nie hätten verlieren dürfen, ist in den Köpfen der Spieler. Sie werden am Samstag eine Reaktion zeigen wollen und versuchen, mit einem Erfolg eine Serie zu starten. „Das ist unser Ziel“, sagt Hyseni. Auch gegen einen Gegner, der mit breiter Brust antritt.