FC Wangen

Der FC Wangen (re.) hat die 0:3-Heimniederlage gegen den SC Staig (li.) gut aufgearbeitet. (Foto: Christian Flemming)

Die Landesliga-Fußballer aus dem Allgäu fordern Türk Spor Neu-Ulm über weite Strecken. Warum am Ende nichts Zählbares herausspringt.

Autor: Giuseppe Torremante

Die nackten Zahlen schmerzen. Der Fußball-Landesligist FC Wangen unterlag am Samstag beim souveränen Spitzenreiter Türk Spor Neu-Ulm mit 0:2 (0:1). Aufgrund der starken zweiten Halbzeit wäre ein Punktgewinn für die Allgäuer verdient gewesen.

Wangen erspielte sich gegen den Spitzenreiter der Landesliga IV eine Vielzahl von Möglichkeiten, die aber alle ungenutzt blieben. Das zeigt, dass die Elf von Trainer Safet Hyseni die bittere 0:3-Niederlage gegen den SC Staig gut aufgearbeitet hatte und etwas gutmachen wollte.

In den ersten 45 Minuten zeigten die Gastgeber, warum sie so souverän die Liga anführen – mittlerweile sind es 16 Punkte auf den Zweiten FV Rot-Weiß Weiler. Der Ball lief schnell durch die Reihen von Türk Spor Neu-Ulm und die Mannschaft versuchte durch Doppelung über die Flügel, sich entscheidende Freiräume zu verschaffen. Wangen hielt dagegen, wehrte sich, lief den Gegner an und holte sich auch viele zweite Bälle. Trotzdem waren die Spielzüge, die von Umut Sönmez ausgingen, brandgefährlich. Immer wieder war die linke Seite der Brennpunkt, wenn Giuliano Santoro und Georgios Sarigiannidis auf die FCW-Kette zuliefen. Abwehrchef Justin Schumacher und seine Mitspieler verhinderten durch ein kluges Zweikampfverhalten Schlimmeres.

Im Tor stand Björn Bühler, der den verletzten Marcel Maier ersetzte. Bühler vereitelte im ganzen Spiel mehrere Eins-gegen-Eins-Situationen. „Beim Gegentreffer haben wir nicht energisch genug gestört. Türk Spor spielte den Ball wie beim Handball hin und her und als der freie Mann gefunden wurde, war der Ball im Netz“, sagte FCW-Coach Hyseni. In der 23. Minute brachte Santoro mit einem platzierten Schuss ins Eck seine Mannschaft in Führung.

Vor dem Führungstreffer der Hausherren verpasste Nikica Vojnovic das mögliche 1:0 für die Gäste. Nach einem langen Ball hinter die Kette stand er allein vor Torhüter Adilcan Yigit, doch sein Lob ging über das Tor. Elf Minuten vor der Halbzeit hatte Vojnovic erneut eine große Möglichkeit. Nach einer tollen Ballstafette wurde er von Simon Wetzel bedient. Sein Schuss ging über das Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff musste er aufgrund einer Verletzung raus. Für ihn kam Simon Zirn. „Wir waren in den ersten 45 Minuten das deutlich bessere Team und hätten durchaus höher führen können“, sagte Florian Peruzzi, Trainer von Türk Spor Neu-Ulm.

Nach der Halbzeitpause war es ein anderes Spiel. Wangens Fußballer dominierten nun das Geschehen. Immer wieder kamen Zirn oder Tim Bucher über die Außenbahnen durch, doch den Allgäuern fehlte in dieser wichtigen Phase der Partie ein Knipser vor dem Tor. „Der FC Wangen ist die erste Mannschaft, der uns zu Hause unsere Grenzen aufgezeigt hat. Ich bin froh, dass wir gegen diesen starken Gegner einen Dreier geholt haben“, meinte Peruzzi. Die Allgäuer spielten phasenweise aus einem Guss, nutzten aber ihre Chancen nicht.

Neu-Ulm erhöht per Elfmeter auf 2:0

Die Hintermannschaft hielt die gefährlichen Stürmer des Spitzenreiters in Schach und mit wenigen Kontakten wurde das Mittelfeld schnell überbrückt. „Wir haben nach Wiederbeginn richtig stark gespielt, den Spitzenreiter vor viele Probleme gestellt. Ich finde es schade, dass meine Elf sich für so einen mutigen Auftritt nicht belohnt hat. Ein Punkt wäre verdient gewesen, mit Glück hätten es auch drei werden können“, betonte Hyseni. Kurz vor dem Ende verwandelte der ansonsten eher blasse Nikola Stojnovic einen an Onur Mutlu verursachten Foulelfmeter zum 2:0. Tim Huß hatte anfangs der Partie seine Probleme mit dem quirligen Stürmer, doch je länger das Spiel dauerte, umso mehr unterband er die gefährlichen Gegenstöße des Torjägers.


Fußball-Landesliga IV, 25. Spieltag: Türk Spor Neu-Ulm – FC Wangen 2:0 (1:0). – Tore: 1:0 Giuliano Santoro (23.), 2:0 Nikola Stojnovic (89., Foulelfmeter) – Schiedsrichter: Jürgen Hinderhofer – Zuschauer: 123 – FCW: Bühler – Guillaume, Biewer, Huß, Jonas Brüderlin, Wetzel (88. Wellmann), Bucher, Willhalm (84. Bischof), Vojnovic (43. Zirn), Schumacher, Wessle (69. Oelmayer).