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FC Wangen

Traf unglücklich ins eigene Netz: Wangens Jannek Brüderlin (re.), hier im Zweikampf mit Weilers Gianluca Candatore (li.). (Foto: Florian Wolf)

Ein Eigentor entscheidet das umkämpfte Allgäu-Derby vor 620 Zuschauern im Raiffeisenbank-Stadion. Beide Teams sind jetzt punktgleich.

Autor: Nico Brunetti | Schwäbische Zeitung

Weiler-Simmerberg bleibt kein gutes Pflaster für den FC Wangen. Der Tabellenzweite der Fußball-Landesliga IV verlor das umkämpfte Allgäuer Derby am Samstag mit 0:1 (0:0) und ging damit nach vier Siegen in Folge erstmals wieder leer aus. Schon seit 2015 wartet der FCW in einem Pflichtspiel auf einen Erfolg gegen den FV Rot-Weiß Weiler, der nach Punkten nun mit den Wangenern (beide 15 Zähler) gleichgezogen ist.

Vom Fast-Tor zum Gegentreffer

Die entscheidenden Minuten vor 620 Zuschauern im Raiffeisenbank-Stadion spielten sich kurz nach der Halbzeitpause ab. Zunächst war Tim Bucher auf und davon, doch der Wangener Offensivspieler verstolperte auf dem Weg zum Tor die Riesenchance zur Führung. Weilers Schlussmann Lasse Fink nahm die Kugel dankend auf und leitete postwendend den entscheidenden Gegenangriff ein: Niklas Wunsch sprintete die rechte Seite entlang und brachte den Ball scharf in die Mitte. Beim Versuch, vor dem einschussbereiten Angreifer Ivan Buric zu retten, schoss Wangens Rechtsverteidiger Jannek Brüderlin unglücklich seinen eigenen Torwart Marcel Maier an, von dem aus der Ball letztlich ins Netz prallte (53.).

„Das Tor war unglücklich, zu diesem Zeitpunkt aber verdient“, meinte Safet Hyseni, Trainer des FC Wangen. Sein Team versuchte danach alles, um wenigstens noch einen Zähler mitzunehmen. „Ich glaube schon, dass wir sehr viel Aufwand betrieben haben. Der Ausgleich war möglich, Chancen waren da“, sagte Hyseni, der aber auch die Leidenschaft des Gegners anerkannte: „Es war fast immer ein Bein dazwischen.“

Hyseni hadert mit dem Untergrund

Am nächsten dran am Torerfolg war Innenverteidiger Justin Schumacher, dessen Kopfball nur knapp am Kasten vorbeistrich (76.). Zwei Minuten zuvor hatte David Wessle den Ball zwar im Netz untergebracht, das Schiedsrichtergespann sah den Torschützen allerdings im Abseits.

FCW-Coach Hyseni haderte nach dem Abpfiff vor allem mit dem Untergrund: „Es ist auf dem Platz nicht möglich, einen flachen, schönen Fußball zu spielen. Das ist ein Acker.“ Der schwer bespielbare Rasen sei Weiler entgegengekommen und für Hyseni auch der Grund gewesen, warum Bucher bei seinem Alleingang scheiterte: „Tim Bucher ist im Tempodribbling einer der Besten der Liga“, betonte der Trainer.

Ein Unentschieden wäre für Hyseni das gerechtere Ergebnis gewesen, wenngleich er zugab: „Vom Sieg waren wir weit weg. Es hat einiges gefehlt.“ Wangens Coach hatte Kapitän Simon Wetzel erneut nur eingewechselt und dies mit Abwesenheiten im Training begründet. Ohne den 34-Jährigen fand der FCW offensiv in der ersten Hälfte kaum statt – das torlose Remis zur Pause war schmeichelhaft. „Wenn es zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 steht, kann sich keiner beschweren“, meinte Uwe Wegmann, Trainer des FV Rot-Weiß Weiler, mit Blick auf drei vergebene Großchancen seiner Elf vor der Pause.

Weilers Defensivblock steht felsenfest

Die erste Halbzeit endete mit einem Schreckmoment: Weilers Torwart Lasse Fink schoss seinem eigenen Mitspieler Severin Birk den Ball mit voller Wucht ins Gesicht. Birk konnte allerdings relativ schnell wieder aufstehen und in der zweiten Halbzeit zum Derbysieg beitragen.

Weiler jubelte am Ende über dritten Zu-Null-Sieg in Serie und laut Wegmann war es eine klare Steigerung im Vergleich zum glücklichen 1:0 im vergangenen Heimspiel gegen den TSV Heimenkirch. „Es ist positiv, dass wir gerade einen positiven defensiven Block haben“, sagte der Ex-Profi nach dem Sieg gegen seinen ehemaligen Verein. „Wir haben den Schwung aus dem überzeugenden 3:0-Erfolg in Blaubeuren mitnehmen können.“

FC Wangen empfängt den Tabellenführer

Es geht aufwärts in Weiler, auch weil der amtierende Vizemeister langsam wieder vollzählig ist. Die Wangener stehen ebenso gut da. Hyseni betonte nach der „bitteren Niederlage“: „Das wird uns nicht aus der Bahn werfen.“ Im kommenden Heimspiel empfängt der FCW den Verbandsliga-Absteiger SSV Ehingen-Süd (Samstag, 15.30 Uhr) und hofft dem nach sieben Spielen noch verlustpunktfreien Tabellenführer die ersten Zähler abzuluchsen.


Fußball-Landesliga IV, 7. Spieltag: FV Rot-Weiß Weiler – FC Wangen 1:0 (0:0). – Tor: 1:0 Jannek Brüderlin (53., Eigentor) – Schiedsrichter: Achim Mauz – Zuschauer: 620 – Weiler: L. Fink – Birk, Walser, Hehle, Ghrab (90. +4 Hadzic) – Wunsch (71. Ilzhöfer), P. Fink, Kocabay (90. Karrer), Candatore (64. Schönherr) – Schmid, Buric (79. Perner) – Wangen: Maier – Jannek Brüderlin (69. Huß), Schumacher, Willhalm, Straub – Bucher, Oelmayer (61. Guillaume), Jonas Brüderlin (49. Wetzel), Zirn (87. Bischof) – Huber, Wessle.