
Der SV Mietingen (links Noah Blersch) unterlag im Topspiel dem FC Wangen (hier Yannick Huber). (Foto: Volker Strohmaier)
Der SV Mietingen hat das Topspiel der Fußball-Landesliga gegen den FC Wangen mit 0:1 verloren und kassierte die erste Niederlage in dieser Saison. Bucher traf kurz nach der Pause.
Autor: Michael Mader | Schwäbische Zeitung
Der Jubel und die Freude waren groß im Lager der Roten aus dem Allgäu. Sie hatten gerade den dritten Auswärtssieg der Spielzeit nach den Erfolgen in Ummendorf und Buch eingefahren und zum ersten Mal überhaupt im Rodi-Sportpark in Mietingen gewonnen.
„Heute hat man die Entwicklung der Mannschaft gesehen. Endlich haben wir mal ein 1:0 hier über die Zeit gebracht“, resümierte Wangens Kapitän Justin Schumacher. Insgesamt habe er auch das Gefühl gehabt, dass der Sieg verdient war, auch weil die Mannschaft spielerisch mehr draufhatte und weitestgehend und überlegen war an diesem Nachmittag.
Neben dem sehr gut herausgespielten und noch besser abgeschlossenen Siegtreffer durch Tim Bucher nach 46 Minuten hatte der FC Wangen noch einen Pfostenschuss von Jonas Brüderlin zu verzeichnen (52.). Solch dicke Möglichkeiten hatte der Gastgeber während des gesamten Spiels nicht.
Das Fehlen von Kapitän Roland Mayer und Co-Spielertrainer Robin Ertle schien sich bemerkbar zu machen, auch wenn Trainer Philipp Lang davon nichts wissen wollte. „Wir beschäftigen uns mit denen, die gespielt haben und nicht mit denen, die heute passen mussten.“ Insgesamt könne er der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie habe alles gegeben und mit einem bisschen mehr Glück hätte in der Schlussphase auch noch der Ausgleichstreffer fallen können. „Ich bin völlig clean mit der Leistung der Mannschaft. Mehr war heute leider nicht drin.“
Schon im ersten Durchgang präsentierten beide Teams den 330 Zuschauern ein gutes Landesligaspiel mit technischen Kabinettstückchen und hoher Qualität im Passspiel. Philipp Auer, Noah Blersch, Raphael Geiger oder der eingewechselte Paul Rehwald hatten eben nicht dieses Quäntchen, dass der Ball auch mal reingeht. Aber dafür eben intelligente Einfälle wie bei einem Freistoß nach 25 Minuten, den Auer im Nachschuss nicht verwerten konnte.
Auch ein vermeintliches Foul an Jan Braunsteffer im Strafraum in der Nachspielzeit wurde berechtigterweise von Schiedsrichter Max Angenendt nicht als solches gewertet. Yannick Huber und David Wessle hätten ihrerseits den FC Wangen schon in Führung bringen können mit einer Doppelchance kurz vor der Pause.
Der Gast aus Wangen zeigte von Beginn an, dass hier sehr viel Qualität auf dem Platz steht. Die junge Mannschaft, die nach einigen Abgängen und Karriereenden in den vergangenen Jahren vor einem völligen Neuaufbau stand, wächst mehr und mehr zusammen. Die Arbeit des Trainers trägt Früchte. Insbesondere in der Offensive mit Bucher, Wessle und Huber ist der FC Wangen sehr gut besetzt. Und der Rot-gesperrte Routinier und eigentliche Kapitän des Teams, Simon Wetzel, ist nächste Woche wieder spielberechtigt, muss dann aber einen der Jungen erst mal verdrängen.
Coach Safet Hyseni gelingt es offenbar, ein Team zusammenzubauen, das an alte gute Zeiten der Allgäuer anknüpfen kann. „Ich bin heute sehr zufrieden, wie wir gespielt haben. Nach vorn, aber auch, wie wir in der Drangperiode der Mietinger alles wegverteidigt haben. Das ist eine Bestätigung unserer Entwicklung“, sah Hyseni denselben Trend wie sein Vertretungskapitän Schumacher.
So kann der FC Wangen durchaus oben mitspielen und vielleicht einer der Widersacher des SSV Ehingen-Süd werden. Das gilt aber nach dem Spiel auch nach wie vor für den SV Mietingen. Die Mannschaft hat bislang vier von fünf Spielen gewonnen und hätte diese Partie nicht verlieren müssen, auch wenn die Gäste unter dem Strich ein verdienter Sieger waren.
„Wir lassen jetzt natürlich nicht die Köpfe hängen. Gegen solch einen starken Gegner kann man durchaus auch mal verlieren“, musste Marius Meneghini feststellen, der für den angeschlagenen Mayer das Team als Kapitän auf dem Platz führte. Nächsten Sonntag bei der SSG Ulm sei wieder ein neues Spiel, möglicherweise kämen dann die angeschlagenen Stürmer wieder ins Team zurück.
„Wir werden das Spiel analysieren und dann mit Selbstvertrauen nach Ulm fahren“, so der Mittelfeldantreiber, der seit einigen Spielen in der Innenverteidigung aushelfen muss. Der FC Wangen erwartet bereits am Samstag den TSV Neu-Ulm zu einer weiteren Bewährungsprobe als Spitzenteam.