Kapitän Simon Wetzel (re. im Zweikampf mit Kacper Bojarski vom FC Blaubeuren) wird dem FC Wangen noch zwei Spiele fehlen. Die Allgäuer haben keinen Protest gegen seine Drei-Spiele-Sperre eingelegt. (Foto: Maximilian Rist)
Der FC Wangen empfängt Türkgücü Ulm im Allgäustadion. Beide Teams kämpfen mit Herausforderungen, doch Wangen hofft auf den nächsten Sieg.
Autor: Felix Kerscher | Schwäbische Zeitung
Zwei Siege und eine Niederlage stehen bislang in der Landesliga-Saison 2026/27 für den FC Wangen zu Buche. Das bedeutet zurzeit Tabellenplatz sieben, also exakt den Platz, auf dem Wangen die vergangene Saison abgeschlossen hat. Am Samstag um 15.30 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Safet Hyseni nun den Aufsteiger aus der Bezirksliga Donau/Iller, den SC Türkgücü Ulm, im heimischen Allgäustadion.
Türkgücü hat seine drei Spiele im Ligabetrieb bislang ausnahmslos verloren, allerdings immer nur mit einem Tor Rückstand. Gegen Olympia Laupheim gab es ein 0:1, in Heimenkirch ein 1:2, ebenso wie zuletzt gegen den FC Blaubeuren. Aus null Punkten und 2:5 Toren ergibt sich derzeit der vorletzte Rang, nur der TSV Riedlingen hat noch vier Tore mehr kassiert. Nach dem Aufstieg gab es im Team von Trainer Halil Korkmaz nicht wenige Veränderungen: Elf Spieler stießen aus anderen Mannschaften zu den Ulmern, acht Spieler verließen den Verein – ein eingespieltes Team sieht anders aus, aber das kann sich ändern.
„Das ist eine uns gänzlich unbekannte Mannschaft“, sagt Hyseni im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. „Unterschätzen darf man sie sicherlich nicht. Sie hatten immer enge Spiele, das sagt ja schon eine Menge aus. Oft entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.“ Der Wangener Trainer hat seine Hausaufgaben gemacht: „Ich habe mir die erste Halbzeit gegen Blaubeuren angeschaut und konnte erkennen, warum sie aufgestiegen sind. Sie sind vor allem im Zentrum wirklich gut besetzt.“ Trotz schwieriger Platzverhältnisse konnten die Ulmer gegen den FCB gut mithalten, was für Hyseni bedeutet, dass sie technisch starke Fußballer auf den Platz haben. „Gegen Blaubeuren sind sie auch ins Pressing gegangen, und ich erwarte nicht, dass sie ihre Art und Weise gegen uns komplett über den Haufen werfen. Sie werden versuchen mitzuspielen, und darauf müssen wir uns einstellen. Wir werden aber Lösungen finden, egal ob sie hoch pressen oder tiefer stehen, darauf haben wir in der Vorbereitung hingearbeitet.“
Sein Spielplan sieht in erster Linie einmal vor, „diese Stärken des Gegners nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“. Gelingt das, sieht Wangens Trainer sein Team auf einem guten Weg: „Unser Fokus ist, wie in jedem Spiel, dem Gegner unser eigenes Spiel aufzudrücken – das gilt insbesondere zu Hause. Wir wollen den nächsten Sieg einfahren.“ Auch personell ist bei den Allgäuern inzwischen etwas Luft. „Der Kader sieht jetzt wieder besser aus“, erzählt Hyseni. „Max Biewer war zwar die ganze Woche privat verhindert, wird aber am Samstag dabei sein.“ Auch Orion Guillaume wird laut Trainer wieder für die Allgäuer auflaufen, ebenso wie die Gebrüder Brüderlin – Jannek in der Abwehr und Jonas im Mittelfeld.
Allerdings wird der FC Wangen, wie schon beim 3:1-Sieg beim TSV Buch am vergangenen Freitag, auf Kapitän Simon Wetzel verzichten müssen. Wetzel sah im Spiel gegen die SSG Ulm (1:2) wegen Meckerns noch nach dem Schlusspfiff die Rote Karte und wurde anschließend für drei Spiele gesperrt. „Wir haben keine Berufung eingelegt, weil die Argumentation dann letztlich für uns okay war“, sagt Hyseni, der den Platzverweis nach der Partie als „völlig überzogen“ bezeichnet hatte und auch jetzt bei dieser Meinung blieb.
Auch ohne ihren Kapitän, da ist sich Hyseni sicher, kann diese Mannschaft auf jeden Fall drei Punkte gegen Ulm holen. „Irgendwann wird für Türkgücü sicherlich der erste Sieg kommen, aber das soll auf keinen Fall in Wangen passieren. Daran werden wir alles setzten“, so der Trainer.