FC Wangen

Wangens Spielführer Simon Wetzel traf doppelt. (Foto: Florian Wolf)

Die Allgäuer Landesliga-Fußballer gewannen nach einem schwachen Start beim TSV Neu-Ulm. Der Kapitän Simon Wetzel erzielte das schönste Tor.

Autor: Giuseppe Torremante

0:3 nach etwa 15 Minuten: Der Fußball-Landesligist FC Wangen startete katastrophal ins vorletzte Spiel der Saison. Gastgeber TSV Neu-Ulm hatte am Samstag früh alle Trümpfe in der Hand. Es waren aber die Allgäuer, die am Ende mit 5:4 jubelten.

Die Partie auf dem Rasenplatz war kein Spiel für schwache Nerven. „Unser Spiel war 15 Minuten einfach nur schlecht, trostlos. Ich schickte daraufhin die komplette Bank zum Aufwärmen und dann wurde es eine völlig andere Partie“, sagte Safet Hyseni, Trainer des FC Wangen. Benjamin Klingen mit seinen Saisontoren 19 (3.) und 20 (13., Foulelfmeter) sowie Christopher Renz mit Treffer Nummer 16 (15.) besorgten die schnelle Führung der Gastgeber. Dass das Aufwärmen der gesamten Bank der Grund dafür war, dass die Gäste auf einmal besser Fußball spielten, ist eine Vermutung. Tatsache ist, dass die Mannschaft nach dem dritten Gegentor aufwachte und den Gegner mächtig unter Druck setzte.

Noch vor der Pause schafft der FC Wangen den Ausgleich

David Wessle (17., 39. (FE)) und Kapitän Simon Wetzel (40.) machten in einem spektakulären Spiel noch vor der Pause aus dem 0:3 ein 3:3. Es war eine deutliche Leistungssteigerung des gesamten Teams, das fortan den Gegner beherrschte. „Es war eine tolle Moral der Mannschaft, wie sie nach solchen Nackenschlägen wieder zurückkam“, meinte Hyseni.

Nach der Pause ging sein Team sogar in Führung – und zwar durch das schönste Tor der Partie. Wangen ließ den Ball von der Abwehr bis nach vorne gut laufen, Jannek Brüderlin überspielte mit einem schönen Pass die Hintermannschaft der Gastgeber und Wetzel vollendete volley zur Führung (47.). Tim Bucher brachte dann mit seinem 15. Saisontreffer den FC Wangen endgültig auf die Siegesstraße, auch weil die Mannschaft bei einem starken Gegner auftrumpfte und nichts mehr zuließ, bis auf das 4:5 von Mike Schneider (87.). Bucher bekam den Ball von Stürmerkollege Nikica Vojnovic, der nach 58 Minuten für Wetzel hereinkam.

„Endlich belohnte sich die Mannschaft für den Aufwand“, betonte Hyseni. Wangen belegt nun in der Landesliga IV mit 48 Punkten den fünften Tabellenplatz. Das letzte Gegentor ärgerte den FCW-Trainer, weil es unnötig war. „Wir hatten alles im Griff. Da müssen wir besser verteidigen“, meinte er.

Fünftes Spiel in Folge ohne Niederlage

Die Wangener sind nun seit fünf Spielen ungeschlagen. Die Vorrunde und die Rückrunde der laufenden Saison ähneln sich. Gegen Ende der Hinserie holte die Mannschaft zehn Punkte aus fünf Spielen, verlor nur unglücklich mit 0:1 beim FC Srbija Ulm. 2026 sind es sogar elf Punkte aus den vergangenen fünf Begegnungen. Dreimal gewannen die Allgäuer. „Die Mannschaft hat verstanden, dass sie sich immer hineinknien muss, um Zählbares mitzunehmen, weil die Gegner in unserer Staffel stark sind. Die Siege kamen zur richtigen Zeit“, sagte Hyseni.

Der FC Wangen erwartet am kommenden Samstag zum Saisonabschluss den Tabellensechsten TSV Buch (15.30 Uhr). Das Hinspiel gewannen die Allgäuer dank eines sehenswerten Tores von Jonas Brüderlin mit 4:3. Es war eine starke Auswärtsleistung der Mannschaft, die fast 60 Minuten in Unterzahl spielen musste (Gelb-Rote Karte für Tim Huß nach 32 Minuten). Nach einem Foul an Luca Schneider erzielte Brüderlin mit einem Traumfreistoß aus 35 Metern den Siegtreffer. Gegen ein erneut erfolgreiches und ähnlich unterhaltsames Spiel zum Saisonabschluss hätten die Zuschauer im Allgäu-Stadion sicher nichts einzuwenden.

Fußball-Landesliga IV, 33. Spieltag: TSV Neu-Ulm – FC Wangen 4:5 (3:3). – Tore: 1:0, 2:0 Benjamin Klingen (3., 13. (Foulelfmeter)), 3:0 Christopher Renz (15.), 3:1, 3:2 David Wessle (17., 39. (Foulelfmeter)), 3:3, 3:4 Simon Wetzel (40., 47.), 3:5 Tim Bucher (70.), 4:5 Mike Schneider (87.) – Zuschauer: 70 – Schiedsrichter: Steve Henriß – FCW: Maier, Biewer (55. Guillaume), Huber, Wetzel (58. Vojnovic), Bucher (78. Gleinser), Willhalm, Jannek Brüderlin (55. Huß), Oelmayer, Schumacher, Straub, Wessle (65. Zirn).